FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist am Sonntag als Landesparteiobmann der Wiener Freiheitlichen wiedergewählt worden. Beim Landesparteitag im Wiener Austria Center erhielt er 99,12 Prozent der Delegiertenstimmen – nach 99,38 Prozent im Jahr 2008. Es gab auch diesmal weder einen Gegenkandidaten noch Gegenstimmen. 339 der 342 abgegebenen Stimmen entfielen demnach auf Strache, drei waren ungültig.
Strache ist bereits seit 2004 Wiener FPÖ-Chef. Als Nachfolger von Hilmar Kabas kam er bei seiner ersten Wahl auf 84,6 Prozent. Zwei Jahre später – in der Zwischenzeit hatte sich das BZÖ abgespaltet – erreichte er 93,75 Prozent der Stimmen der Parteitagsdelegierten.
Per offener Abstimmung wurde Strache von den Delegierten außerdem zum Spitzen- und damit Bürgermeisterkandidaten für die am 10. Oktober 2010 anstehende Landtagswahl in Wien gewählt. Dabei gab es keine Gegenstimme.
Die Reaktionen auf den Parteitagsauftritt Straches fielen außerhalb der FPÖ allerdings heftig aus, wie die Tageszeitung Der Standard am 20.06.2010 dokumentiert:
“Straches weinerlicher Auftritt unterstreicht seine Nervosität und Panik vor dem 10. Oktober 2010″, erinnerte der Wiener SP-Parteisekretär Christian Deutsch an den nahenden Wahltermin. Dem FP-Frontmann sei immer mehr anzumerken, dass ihm sein Loser-Image spürbar zu schaffen mache.
“Strache ist die politische Vuvuzela der Wiener Kommunalpolitik – er ist laut, es kommt immer dasselbe und niemand will es wirklich hören”, bemühte ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter einen Vergleich aus dem Umfeld der laufenden Fußball-WM. Politischen Gestaltungswillen zeige man nicht mit Discotouren und Hasstiraden gegen einzelne Bevölkerungsgruppen. So werde immer deutlicher: “Das politische Spektrum Wiens rückt immer mehr auseinander – auf der einen Seite dumpfer, rechter Ausländerhass auf der anderen Seite links-linke rot-grüne Planwirtschaft.” Lediglich die ÖVP stehe mit aller Leidenschaft in der Mitte.
“FP-Obmann Strache sitzt auf einem sinkenden Schiff und schlägt deshalb verbal um sich”, griff die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou zu nautischer Metaphorik. Straches Aussagen wirkten nur mehr peinlich: “Die FPÖ gehört in den Mistkübel der Geschichte, in dem Strache heute noch ständig herumwühlt.” (weiter lesen)
Weitere Pressestimmen:
20.10.2010 – “Polit-Vuvuzela” – Kronen-Zeitung
20.10.2010 – Strache mit 99,12 Prozent wiedergewählt – Kronen-Zeitung
[...] viaÖsterreich: Strache mit über 99 Prozent im Amt bestätigt – EUROREX Watchblog. [...]