Florian Rötzer berichtet am 07.05.2010 bei Telepolis, dass in der norditalienischen Stadt Novara erstmals eine mit einer Burka verhüllte Frau mit einer Geldstrafe von 500 Euro belegt wurde. Er schreibt unter anderem:
Italien macht ernst im Kulturkampf. Erstmals wurde Anfang Mai in der Stadt Novara (Piemont) eine Muslimin, die eine Burka trug und eine Postfiliale betreten wollte, mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro belegt. Die vollständig verschleierte Frau wurde von einem Polizisten aufgehalten, weil sie gegen eine im Januar erlassene Anordnung verstieß, nach dem das Gesicht in der Öffentlichkeit erkennbar bleiben muss. Erst nach Ankunft einer Polizistin zeigte sie dieser ihr Gesicht und konnte so identifiziert werden.
Massimo Giordano, der Bürgermeister von Novara und Vertreter der rechten Partei Lega Nord, erklärte, Dekrete müssten beachtet werden. Die Frau stelle ein Sicherheitsrisiko dar, weil man sie aufgrund der Verschleierung nicht identifizieren könne. (…)
Nach Novara wurde diese Anordnung auch von den Städten Cossato und Varallo übernommen. Wer ihr zuwiderhandelt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 25 und 500 Euro rechnen.
Der Bürgermeister von Cossato, ebenfalls von der Lega Nord, erklärte, dass alle Menschen, “die in unserem Land leben, nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben … Es ist ein Recht, unter allen Umständen seinen Gesprächspartner, gleich ob es sich um einen Italiener oder um einen Ausländer handelt, erkennen zu können: in Banken, öffentlichen Ämtern, auf dem Markt oder auf der Straße.” Dabei würde es nur um Transparenz und Sicherheit gehen. Die Lega Nord hat auch einen Gesetzesvorschlag im Parlament eingereicht, mit dem die Vollverschleierung verboten würde. Das Gesetz ist aber noch nicht verabschiedet worden. (weiter lesen)