Die Chefin der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti, Pia Kjærsgaard, hat scharfe Kritik an der Tageszeitung Politiken geübt, weil das Blatt einen außergerichtlichen Vergleich mit acht Organisationen aus mehreren arabischen Ländern geschlossen hat, die zusammen rund 95.000 Nachkommen des Propheten Mohammed repräsentieren. Auf diesem Wege sollte ein angedrohter Rechtsstreit im In- oder Ausland umgangen werden.
Auf der Titelseite von Politiken stand am Freitag denn auch zu lesen, man bedaure, „Muslime in Dänemark und anderen Ländern überall auf der Welt gekränkt” zu haben. Das Blatt entschuldige sich „bei allen, die sich durch die Wiederveröffentlichung verletzt fühlten“.
Stein des Anstoßes waren die Ende September 2005 zuerst von der Zeitung Jyllands-Posten veröffentlichten Mohammed-Karikaturen, die später aus Solidarität von vielen Medien reproduziert wurden. Nach ihrem Erscheinen war es in mehreren Ländern zu islamistischen Kampagnen gegen Dänemark gekommen, der Dutzende Menschen zum Opfer fielen.
Aus Sicht Kjærsgaards ist das Einknicken der Zeitung „sehr, sehr peinlich“. Von den anderen Blättern forderte sie als Reaktion den neuerlichen Abdruck der Karikaturen. Im August 2009 hatten insgesamt zehn dänische Zeitungen einschlägige Briefe des saudi-arabischen Anwalts Faisal Yamani erhalten. Sie weigerten sich jedoch unter Verweis auf die Meinungs- und Pressefreiheit, die erhobenen Forderungen zu erfüllen.