Großbritannien | 25.01.2010 | eurorex

Großbritannien: Aufmarsch der English Defence League

von Kathy Cutty

Bis zu 1.500 rechte Teilnehmer folgten am 23. Januar 2010 dem Aufruf der rassistischen English Defence League (EDL)  zu einem Aufmarsch in der Kleinstadt Stoke-on-Trent, zwischen Manchester und Birmingham. Es kam zu Ausschreitungen mit der Polizei, nachdem der Marsch der EDL die Polizeiketten durchbrechen wollte. Einige Rechte versuchten außerdem die antifaschistische Protestkundgebung anzugreifen.

Die im Jahr 2009 gegründete English Defence League tritt öffentlich gegen die „Islamisierung Englands“ und „islamistischen Extremismus“ auf und hofft damit auf breite Unterstützung insbesondere der weißen Bevölkerung. Obwohl die EDL öffentlich immer wieder betont nicht rassistisch zu agieren, schürt sie prinzipiellen und zielgerichteten Hass gegen Muslime. So rekrutieren sich ihre Mitglieder zum großen Teil aus weißen Briten, dem Hooliganspektrum und bereits bekannten Rechtsextremen. Am Rande ihrer Demonstration in Manchester im Herbst 2009 wurden auch Hitler-Grüße gezeigt und Naziparolen gerufen. Das Auftreten der EDL Mitglieder ist von rechter Symbolik und Gewalt geprägt. Mehre Journalisten wurden bereits mit dem Tode bedroht.

300 Menschen protestieren am letzten Samstag in Stoke-on-Trent gegen die rassistische Hetze und besetzten zeitweise den geplanten Kundgebungsort der EDL vor dem örtlichen Rathaus. Die Organisation United Against Fascism (UAF) hatte zum Protest aufgerufen. Bereits im Vorfeld hatten die religiösen Häupter der örtlichen muslimischen, christlichen, jüdischen und Sikh Religionsgemeinschaft eine gemeinsame Erklärung gegen Rassismus verabschiedet.

Ein kurzer Filmbeitrag der BBC findet sich hier, eine Fotostrecke hier.

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