Europa, Ungarn | 24.01.2010 | eurorex

Ungarn: Aufruf gegen den “Tag der Ehre” in Budapest

Anlässlich der geplanten Aktivitäten ungarischer und europäischer Neonazis zum „Tag der Ehre“ Mitte Februar in Budapest hat der österreichische Journalist Karl Pfeifer für das Internetportal Hagalil einen Aufruf zivilgesellschaftlicher Organisationen ins Deutsche übersetzt. Wir dokumentieren ihn hier:

Die ungarische Bewegung „Zivile gegen den Rechtsextremismus“ ruft jeden ungarischen Demokraten auf, die von ungarischen Nationalsozialisten verkündeten Veranstaltungen des „Tags der Ehre“ am 11. oder 13. Februar zu verurteilen.

Wir organisieren im Februar wieder eine breite Demonstration, um die Organisationen der Rechtsextremen aus unserem Land zu drängen.

Unsere Veranstaltung vom 15. August 2009 stieß auf positive Resonanz und wir konnten damit den angekündigten Rudolf Hess Gedenkmarsch verhindern.

Deswegen begann unter der Losung „Mit Faschisten gibt es keinen Dialog“ die Organisation einer breiten Bewegung mit 54 angeschlossenen zivilen Organisationen und mit mehr als 1800 aktiven Mitgliedern.

Wir haben Briefe an den Ministerpräsidenten und an den Präsidenten der Republik gesandt, damit sie ihren Standpunkt zum Schutz der ungarischen Demokratie ausdrücken.

Alföldi Andrea, linkes feministisches Netz
Viktor D’elia, Positive geistige Werkstätte / Humanistische Bewegung

Karl Pfeifer schreibt zudem:

Ungarische und deutsche Neonazis erinnern sich seit einigen Jahren an diesem „Tag der Ehre“ an den Versuch der in der Festung Buda eingeschlossenen SSler und ihrer ungarischen Spießgesellen aus der Belagerung durch die Rote Armee auszubrechen. Die meisten von ihnen fanden dabei den Tod. Budapest aber wurde am 13. Februar 1945 von der Roten Armee befreit. (…)

Im Gegensatz zu Österreich können in Ungarn ungestört von Polizei und Gerichten ungarische und fremde Neonazis aufmarschieren. In Ungarn kann auch gegen Juden, Zigeuner, Linke und Homosexuelle Hetze betrieben werden. In der Regel nehmen an diesem „Tag der Ehre“ auch ausländische Neonazi wie führende Mitglieder der NPD teil.

Heuer betonen die Organisatoren, die ein Bündnis mit Neonazis der Nachbarländer anstreben, sie hätten kein anderes Ziel als friedlich im Karpatenbecken zusammenzuleben, denn „die durch die aufrührerische Tätigkeit der Freimaurer und des Finanzkapitals geschaffenen „Gegensätze“ dienen nicht der friedlichen Koexistenz der Völker.“ „Finanzkapital“ dient hier als Synonym der sattsam bekannten „jüdischen Weltverschwörung“. [weiter lesen]

1 comment to Ungarn: Aufruf gegen den “Tag der Ehre” in Budapest

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