Rund ein Jahr nach dem internationalen Skandal um den Bischof der rechtskatholischen Pius-Bruderschaft, Richard Williamson, hat sich der Holocaustleugner erneut zu Wort gemeldet. In einem im Internet veröffentlichten 13-minütigen Video-Interview mit Pierre Panet, der bei den Europawahlen im Juni 2009 für die antisemitische Liste des französischen Komikers Dieudonné M’bala M’bala kandidiert hatte, zog Williamson erneut die Rechtmäßigkeit der Gründung Israels in Zweifel. „Jedermann glaubt, dass dieser Staat legitim ist“, sagte er auf Französisch. „Aber das führt nicht notwendigerweise dazu, dass er es ist.“
In früheren Äußerungen hatte Williamson behauptet, der Holocaust sei „von den Juden erfunden“ worden, „damit ihr neuer Staat Israel akzeptiert wird“.
Williamson beklagte in dem Interview zudem, dass er in Deutschland wegen Volksverhetzung verfolgt werde. Er habe „die sechs Millionen vergasten Juden in Frage gestellt“. Da dies in Deutschland ein Verbrechen sei, greife ihn dort jetzt die Justiz an.
Der Brite hatte im Januar 2009 gegenüber einem schwedischen TV-Sender gesagt, er denke, dass „200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben seien“, aber „nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern“. Dies sorgte auch deshalb für weltweite Schlagzeilen, weil Papst Benedikt XVI. kurz danach die Exkommunikation von Williamson und drei weiteren Pius-Bischöfen aufhob. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat wegen der Holocaust-Leugnung Strafbefehl gegen Williamson erlassen.









