Der ehemalige Führer der 1994 gegründeten Neonazi-Gruppe „Nationalsocialistisk fron“ (NSF, Nationalsozialistische Front), Anders Högström, hat gegenüber schwedischen Medien angegeben, in den Diebstahl der metallenen Inschrift „Arbeit macht frei“ aus der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz involviert gewesen zu sein.
„Ich wurde gefragt, ob ich das Schild von einem Ort zum anderen bringen kann“, so Högström in einem Interview mit der Tageszeitung Aftonbladet. „Wir hatten eine Person die bereit war, einige Hundertausend Dollar zu bezahlen“. Als er jedoch mitbekommen habe, dass mit dem Erlös eine militante Kampagne finanziert werden soll, sei er abgesprungen und habe die Polizei informiert.
Offiziell hat sich Högström 1999 aus der äußerst militant auftretenden schwedischen Neonazi-Szene zurückgezogen. Zu dieser Zeit standen in Schweden mehrere Neonazis wegen schwerer Straftaten wie Bankraub und gewaltsame Überfälle auf politische Gegner vor Gericht. Im Jahr 1999 starb zudem der Gewerkschafter Björn Söderberg bei einem neonazistischen Terroranschlag. Über die Motive, sich viele Jahre nach seinem öffentlichen Rückzug überhaupt an einer solchen Aktion zu beteiligen, machte Högström zunächst keine Angaben.
Die britische Tageszeitung Daily Mirror hatte am 3. Januar berichtet, beim eigentlichen Auftraggeber des Diebstahls handele es sich um einen britischen Staatsbürger. Ein Name wurde aber nicht genannt.
Weitere Meldungen zum Thema:
„Ex-Neo-Nazi Admits Role in Auschwitz Sign Theft“, Sphere, 08.01.2010
„Auftrag zu Auschwitz-Diebstahl kam aus Schweden“, Spiegel Online, 06.01.2010
„Brit hired Swedish Nazis for Auschwitz raid: report“, The Local, 04.01.2010










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