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Schweden: Rechtsextremist schreibt bei Aftonbladet

Die konservative schwedische Tageszeitung Aftonbladet hat einen Text des Chefs der rechtsextremen Partei Sverigedemokraterna (SD, Schwedische Demokraten), Per Jimmie Åkesson, auf der Meinungsseite des Blatts veröffentlicht. Darin bezeichnet der Rechtsaußenpolitiker muslimische Männer „als die größte Bedrohung von außen seit dem Zweiten Weltkrieg“. Mit Blick auf die nächste Wahl versprach er, „all seine Kraft dafür einzusetzen, diese Entwicklung umzukehren“. Seiner Auffassung nach sei die „heutige multikulturelle schwedische Elite total blind gegenüber den Gefahren des Islams“.

In der schwedischen Öffentlichkeit tobt seither eine Debatte über die Frage, wie viel Raum rechtsextremen Politikern und ihren Positionen in den Medien eingeräumt werden soll. Seitens der sozialdemokratischen Politikerin Mariam Osman Sherifay hieß es:

The newspaper is giving the Sweden Democrats space that they don’t deserve. The fact that they’re racists is not news. Aftonbladet could instead have examined the party’s views. […] We are of the view that the article agitates against Muslims when it points at Islam as the greatest threat to Sweden.

Auch Premierminister Fredrik Reinfeldt von der konservativen Moderata samlingspartiet (dt. Gemäßigte Sammlungspartei) zeigte sich auf einer Pressekonferenz empört:

They have an interest and that’s to differentiate between people, to create an us-against-them way of thinking, cast suspicion on ‘them’ and in that way lay the groundwork for policies by which ‘they’ are thrown out or deported. […]Every attempt by those in power to single out the right religion or right nationality, right sexual preference, has always ended horribly. Because as soon as practical policies are to be made using that approach, a dividing up of people begins which is neither manageable nor desirable.

Das Centrum mot rasism (dt. Zentrum gegen Rassismus) hat sich zwischenzeitlich an den Obmann für Rechtsangelegenheiten der schwedischen Regierung mit der Bitte gewandt, eine juristische Prüfung des Artikels von Åkesson vorzunehmen.

Aftonbladet war zuletzt Mitte August dieses Jahres international in die Schlagzeilen geraten, weil das Blatt einen journalistisch nicht haltbaren Artikel des freien Autors Donald Boström veröffentlicht hatte. Darin war, unter Berufung auf angebliche Augenzeugenberichte von Anfang der neunziger Jahre, behauptet worden, die israelische Armee würde getöteten Palästinensern Organe entnehmen und auf dem Transplantationsmarkt anbieten.

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