Einer Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der britischen Tageszeitung Daily Telegraph zufolge kann sich jeder fünfte Brite vorstellen („seriously consider“), bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr für die neofaschistische British National Party (BNP) zu stimmen. Vier Prozent der Befragten zeigten sich bereits entschlossen („definitely“), rechtsextrem zu votieren, drei Prozent nannten es möglich („probably“). Weitere 15 Prozent sagten, es wäre denkbar („possible“), der Partei ihre Stimme zu geben.
Darüber hinaus gaben 43 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, dass sie die Haltung der Rechtsextremisten zur multikulturellen Gesellschaft teilen, obwohl sie nicht mit der Partei sympathisierten.
Der Daily Telegraph hatte mit der Umfrage ein Stimmungsbild nach dem umstrittenen Auftreten von BNP-Chef Nick Griffin bei der bekannten BBC-Talkshow Question Time gewinnen wollen. Dort hatte er unter anderem den Islam scharf angegriffen und frühere Kontakte zum rassistischen Ku-Klux-Klan verteidigt. Das Publikum im Studio hatte ihn dafür mehrheitlich ausgebuht. Griffin ist als Holocaust-Leugner und für seine antisemitischen und anti-islamischen Äußerungen berüchtigt.
Derweil gab die BNP an, seit der Ausstrahlung der Sendung hätten sich 3.000 Menschen registriert, um in die Partei aufgenommen zu werden. „Das ist genau das, was ich befürchtet und wovor ich gewarnt habe“, sagte der für Wales zuständige Staatsekretär Peter Hain von der Labour Party. Die BBC habe der BNP „das Geschenk des Jahrhunderts auf einem Tablett serviert“.









