Bernhard Schmid berichtet in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Jungle World vom 22.10.2009 über einen Kongress des rechtsextremen Bloc Identitaire am 17. und 18. Oktober in der französischen Stadt Orange. Die Referenten kamen unter anderem von der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP), der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und vom belgischen Vlaams Belang (VB). Schmid schreibt in seinem Beitrag unter anderem:
„Wir stehen der Lega Nord näher als dem Front National“, denn der staatsfixierte Nationalismus sei überholt und das weiße Europa müsse zusammen stehen. Diese Worte verkündete Fabrice Robert, Chef der französischen rechtsradikalen Aktivistenorganisation Bloc Identitaire, am Wochenende in Orange von der Rednertribüne. Dort löste er Richard Roudier ab, den Vorsitzenden des Hilfskomitees für die europäischen Gefangenen, das sich um die Betreuung von Häftlingen kümmert, die für rassistisch motivierte Straftaten einsitzen. Die Strömung der so genannten identitären Nationalisten (Les Identitaires) versammelte ihre Anhänger auf einem europaweiten Konvent in Orange – mit ausdrücklicher Rückendeckung aus dem Rathaus. In der südfranzösischen Stadt mit 30 000 Einwohnern regiert seit 1995 der rechtsextreme Bürgermeister Jacques Bompard. Er hatte schon im Gründungsjahr 1972 dem Front National (FN) angehört, den er jedoch vor vier Jahren verließ.
Die Identitären, deren wichtigste Organisation in Frankreich der Bloc Identitaire ist – der am Wochenende seine Umwandlung in eine politische Partei ankündigte –, bilden eine aktivistische Strömung im europäischen Neofaschismus. Im Zentrum ihrer Ideologie steht die „Überlegenheit der weißen Rasse“. An der Tagung in Orange nahmen 620 Aktivisten teil, als Redner traten dort auch rechtspopulistische Parteipolitiker aus dem europäischen Ausland auf, die in ihren jeweiligen Ländern über eine große Anhängerschaft verfügen. Andreas Mölzer, Europa-Parlamentarier der österreichischen FPÖ, und sein Abgeordnetenkollege Franck Vanhecke, früherer Parteichef des belgisch-flämischen Vlaams Belang, hatten ihren Auftritt. Ferner war die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) mit von der Partie, deren rechte Ränder reichen nah an das neonazistische Spektrum. Auf der Bühne in Orange vertrat sie Dominique Baettig, einer von zwei Abgeordneten der SVP für den eidgenössischen Kanton Jura. Er reiste jedoch schon vor Abschluss der Veranstaltung ab, mit der Begründung, es habe dort „zu viele verbale Ausrutscher und Provokationen gegeben“.









