Tom Schimmeck berichtet am 09.10.2009 im Format Europa heute des Deutschlandfunk über das Gedenken an den vor einem Jahr verunglückten Kärtner Rechtsaußenpolitiker Jörg Haider. In seinem Beitrag heißt es unter anderem:
Vor einem Jahr verabschiedete Kärnten den Rechtspopulisten wie einen großen Staatsmann und geliebten Führer. Tausende erwiesen ihm die letzte Ehre. Im Frühjahr zelebrierte seine Partei, das Bündnis Zukunft Österreich BZÖ, den Haider-Kult bei einer Landtagswahl derart erfolgreich, dass sie ein Rekordergebnis von über 45 Prozent einfuhr. […]
Österreichweit wird die Haider-Partei BZÖ immer stärker von der noch deftiger auftretenden Konkurrenzpartei FPÖ verdrängt. Umso heftiger scheinen jetzt, zum ersten Jahrestag, die BZÖ-Getreuen um die weihevollste Gedenkveranstaltung zu konkurrieren. Haider bleibt die Identifikationsfigur in ihrer letzten Bastion Kärnten, weiß auch der neue BZÖ-Geschäftsführer Gernot Schick. […]
Bereits am vergangenen Wochenende absolvierten Haiderianer, darunter die Witwe und die Schwester, eine “Gedenkwanderung” zum Wallfahrtsort Mariazell. Haiders Kampfschrift “Die Freiheit, die ich meine” ist in einer Neuauflage erschienen. Demnächst will Haiders Mutter Dorothea Erinnerungen nachlegen. Eine selbst ernannte “Gebetsliga” fordert die Heiligsprechung von Jörg Haider.
Samstag wird im Klagenfurter Bergbaumuseum die Sonderausstellung “Dr. Jörg Haider. 1950 – 2008″ eröffnet. […] Klagenfurts Vizebürgermeister Alfred Gunzer, für Kultur zuständig, hat die Ausstellung im Schacht hinterm botanischen Garten organisiert. Der Stollen diente dem Nazi-Gauleiter Friedrich Rainer in den letzten Kriegstagen als Befehlsbunker. Die Landeshauptstadt, seit diesem Frühjahr ebenfalls in BZÖ-Hand, hat 85.000 Euro lockergemacht.
Der Beitrag kann auf den Seiten des Deutschlandfunk nachgehört werden (Stream/MP3).