Das Weblog Solianka berichtet am 11.08.2009 über den Ausgang eines Berufungsverfahrens vor dem Strafgericht St. Petersburg, in dessen Ergebnis eine Haftstrafe von fünf Jahren gegen einen jungen Antifaschisten bestätigt wurde. In dem Beitrag heißt es unter anderem:
Letztes Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni war Alexej Bytchin mit einer Gruppe im Stadtzentrum unterwegs. Er und eine Freundin blieben hinter der Hauptgruppe zurück. Seiner Aussage zufolge kamen ihm zwei Neonazis entgegen, die den Hitlergruß zeigten und „Sieg Heil“ riefen. Einer von ihnen trug eine zerbrochene Flasche bei sich. Im Folgenden kam es zu Handgreiflichkeiten. Bytchin zufolge verteidigte er sich mit einem Messer und verletzte einen der Männer, woraufhin diese in einer Unterführung verschwanden.
Später stellt sich heraus, dass einer der beiden mutmaßlichen Neonazis Bereitschaftspolizist im Dienst einer OMON-Einheit ist. […]
Während des Gerichtsverfahrens präsentierte die Verteidigung einen Zeugen der bestätigte, dass Bytchin von zwei Männern angegriffen wurde. Das Gericht wies diese Zeugenaussage zurück, da er den Kampf nur aus der Entfernung beobachtet habe und die Gesichter der involvierten Personen nicht klar erkannt haben könne.
Eine andere Zeugenaussage, dass der mutmaßliche Angreifer den Nazigruß gezeigt habe und deutsche Nazislogans skandiert habe, wurde ebenfalls vom Gericht ignoriert. […]
FreundInnen und GefährtInnen von Alexej sind davon überzeugt, dass Alexej sich in einer unvermeidlichen Notwehrsituation befand und dass das Urteil tendenziös ist. Russische AktivistInnenen betonen die offensichtliche nationalistische Einstellung innerhalb russischer Polizeistrukturen und vertreten die Ansicht, dass eine Anzahl an Polizisten ehemalige Nazi-Skinheads sind oder mit ihnen sympathisieren. Im Laufe der letzten drei Jahre wurden zahlreiche Vorfälle bekannt während derer die Polizei AntifaschistInnen auf Kundgebungen verhaftete und verprügelte.
Der komplette Beitrag mit weiteren Hintergrundinformationen und Links findet sich hier.