Im April 2009 startete die internationale Nichtregierungsorganisation Transgender Europe (TGEU) in Zusammenarbeit mit der mehrsprachigen, wissenschaftlichen Online-Zeitschrift “Liminalis — Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation und Widerstand” ein neues Forschungsprojekt, welches die Beobachtung, Erfassung und Analyse von Berichten über Morde an Trans-Personen in einem weltweiten Rahmen zum Gegenstand hat. Das “Trans Murder Monitoring”-Projekt zeigt auf, dass mehr als 200 Morde an Transgender in den letzten 1 1/2 Jahren weltweit stattgefunden haben. Die Zahl von 83 Ermordeten im ersten Halbjahr 2009 entspricht zwei Drittel der Opfer von 2008.
Unrühmlicher Spitzenreiter ist Brasilien, gefolgt von den USA. Aber auch in Deutschland und der Türkei sind in 2008 Fälle von Tötungen an Transgender verzeichnet worden. Die Berichte in 2008 wurden aus 22 Ländern zusammengetragen. Häufig ging dem Tod eine qualvolle Folter voraus, was nur die Perversität dieser Taten unterstreicht.
Die vorläufigen Ergebnisse des Trans Murder Monitoring Projekt von TGEU und Liminalis werden in Form von einem Bericht, Namenslisten, Statistiken und Karten in der neuen Ausgabe der Liminalis in englischer, deutscher und spanischer Sprache präsentiert.
Dr. Carsten Balzer ist unter anderem Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des Transgendernetzwerks Berlin, im Gespräch mit Radio Corax.









