Dänemarks Verteidigungsminister Sören Gade hält Soldatinnen mit Kopftuch für ein Sicherheitsrisiko. Wie die Zeitung Politiken am Donnerstag berichtete, schrieb der Minister in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage: »Es ist nicht vereinbar mit einer militärischen Uniform, ein Kopftuch zu tragen«. Dies gelte auch für die ihm unterstellte Heimwehr, eine Art dänisches THW.
Stein des Anstoßes war Maria Mawla. Die gläubige Muslimin und freiwillige Katastrophenschützerin hatte sich im Dienst bisher mit einem Kopftuch in militärischer Tarnfarbe unter der Uniformmütze beholfen. Das war auch dem Verbandsblatt der Truppe aufgefallen, das durchaus positiv über die gelungene Modeschöpfung berichtete.
Doch da hatten die ehrenamtlichen Retter ihre Rechnung ohne die rassistische Dansk Folkeparti (DF) gemacht. Er sei »schockiert« gewesen, so der Rechtsaußenpolitiker Ib Poulsen, als er ein Foto auf den Internetseiten der Heimwehr entdeckt habe, das Mawla mit Kopftuch bei einem zehntägigen Ausbildungskurs zeigt. Nicht weniger als eine »Verletzung dänischer Grundwerte« attestierte die Partei der 27-jährigen Medizinstudentin.
Der Heimwehrchef und der Verteidigungsminister standen daraufhin stramm und untersagten das Tragen eines Kopftuches im Dienst. Damit geht es Mawla nun nicht besser als den dänischen Richterinnen, denen auf Antrag der DF vom Parlament eine gleichlautende Weisung erteilt wurde. Und es geht immer weiter. Im anstehenden Kommunalwahlkampf in Kopenhagen will die Partei ein Kopftuchverbot für den öffentlichen Dienst der Hauptstadt propagieren.
Einzig dänische Parlamentarierinnen scheinen einigermaßen sicher vor den Kleidervorschriften der Rechten zu sein. Nachdem der DF-Parlamentarier Sören Espersen im Jahre 2007 damit gedroht hatte, dass er einer Frau mit islamischem Kopftuch das Reden verbieten würde, hatte der Parlamentsvorsitzende Thor Pedersen durch eine Kommission untersuchen lassen, ob das islamische Kopftuch für Parlamentarierinnen erlaubt werden soll. Der ein Jahr später getroffenen Entscheidung nach dürfen jetzt Muslimas wie Esma Abdulhamid das Kopftuch im Parlament tragen.
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