Europaparlament, Frankreich | 31.03.2009 | eurorex

Frankreich: Antisemitischer Kabarettist will zum Europaparlament kandidieren

Der antisemitische Komiker und Schauspieler Dieudonné M’bala M’bala will bei der Europawahl am 7. Juni 2009 mit einer eigenen Liste antreten. Das unterstrich er in einem Interview mit der gerade erschienenen Ausgabe der rechtsextremen ›National Zeitung‹. Schwerpunkt seiner Kandidatur sei »der Widerstand gegen den Zionismus«:

»Der Zionismus ist in Frankreich extrem präsent, vor allem in der Politik und in den Medien. Ich bin der Meinung, daß er Frankreich in Gefahr bringt. Ich glaube, es ist das erste Mal, daß zu den Europawahlen eine ganz klar antizionistische Liste antritt, die sich dieser Lobby widersetzt, die in Brüssel sehr mächtig ist.«

Zuvor, am Samstag, dem 21. März 2009, hatte M’bala M’bala auf einer Pressekonferenz angekündigt, bei der Europawahl 2009 in der Île-de-France an der Spitze einer »antikommuniautaristischen und antizionischen Partei« antreten zu wollen. Mitglieder seiner Partei seien seine Freunde und Unterstützer Alain Soral, Thierry Meyssan, die Holocaustleugnerin und ehemalige Grüne Ginette Skandrani sowie Kémi Séba, Gründer der ›Tribu Ka‹. Die inzwischen verbotene ›Tribu Ka‹ war eine im Dezember 2004 gegründete radikale, rassistische, antisemitische und ethno-zentrische Gruppe von Afrikanern und Afrikanischstämmigen in Frankreich.

M’bala M’bala selbst ist bretonisch-kamerunischer Herkunft und bewegt sich seit mehreren Jahren im rechtsextremen Spektrum. Er pflegt Kontakte zu französischen Geschichtsrevisionisten, gehört zum näheren Umfeld der ›Front National‹ und ihres Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Darüber hinaus zeigt er offene Sympathie für islamistische Bewegungen.

Am 26. Dezember 2008 verlieh M’bala M’bala dem Holocaustleugner Robert Faurisson bei einer Veranstaltung im Pariser Parc de la Villette einen »Preis für Unangepasstheit und Impertinenz«. Den Preis überreichte ein mit einer KZ-Uniform gekleideter Mitarbeiter. Dies löste einen Skandal aus.

Dennoch richtete er nur einen Monat später, am 29. Januar 2009, in seinem Pariser Theater inmitten von Holocaustleugnern, Rechtsextremisten und radikalislamischen Schiiten den 80. Geburtstag von Faurisson aus.

Der Journalist und Kenner extremen Rechten in Frankreich, Bernard Schmid, nannte M’bala M’bala vor diesem Hintergrund unlängst in einem ausführlichen Beitrag für das Internetportal ›Hagalil‹ einen »reichlich durchgeknallten Antisemiten, der noch dazu aus diesem Grund gerichtlich verurteilt worden ist.«

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